Kritik | Abraham Lincoln Vampirjäger (3D)

Veröffentlicht am Freitag, 05. Oktober 2012. Geschrieben von .

Ein US-Präsident, der nachts als Vampirjäger unterwegs ist. Was vollkommen irre klingt, ist ein literarisches Konzept, das besonders in den USA seit einer Weile bestens funktioniert. Der Schuldige ist Seth Grahame-Smith, der als Autor erst dann den großen Durchbruch hatte, als er bekannte „Klassiker“ aufgepeppte. Mit Vorliebe mit Zombies oder eben Vampiren, wie bei „Abraham Lincoln Vampirjäger“. Und so passierte es tatsächlich, dass eine weltbekannte Biographie in neuem, dunklem Gewand auf die große Kinoleinwand kommt und zu allem Übel auch noch mit 3D aufgeputscht wird.

Kurzinhalt

Der junge Abraham Lincoln (Lux Haney-Jardine/später Benjamin Walker) musste schon als Kind Entsetzliches mitansehen. Seine Mutter (Robin McLeavy) wurde vor seinen Augen umgebracht. Das hat ihn allerdings abgehärtet, denn schon bald ist er davon überzeugt, dass der Sklavenhalter Jack Barts (Marton Csokas), der für den Tod seiner Mutter verantwortlich ist, ein Vampir ist. Und er schwört Rache. Gemeinsam mit seinem Vertrauten und Lebensretter Henry (Dominic Cooper) macht er sich auf, die Untoten zu beseitigen. Tagsüber bereitet er sich allerdings darauf vor, bei den 16. Präsidentschaftswahlen der Vereinigten Staaten von Amerika erfolgreich zu sein und führt so ein gefährliches Doppelleben. Er muss beweisen, dass er nicht nur mit Worten, sondern auch mit seiner Axt umgehen kann.

Kritik

Vampire und sonstige Untote üben eine merkwürdige, nicht immer ganz nachvollziehbare Anziehung auf das Publikum aus. Ob bei „Underworld“, „Resident Evil“ oder der „Twilight“-Reihe – der Kampf zwischen Gut und Böse ist noch längst nicht ausgeschlachtet. So lässt sich auch erklären, warum der Roman „Abraham Lincoln: Vampire Hunter“ von Seth Grahame-Smith ein so großer Erfolg und schließlich die Vorlage für die Verfilmung von Timur Bekmambetov („Wanted“, „9“, „The Darkest Hour“ ) werden konnte. Als Produzent war auch Tim Burton mit von der Partie, für den Grahame-Smith übrigens das Script zu „Dark Shadows“ geschrieben hat.

Doch was kann man von so einem Streifen, von so einer „Mashup Novel“ wirklich erwarten? Eigentlich nicht viel. Grundsätzlich ist es ein Film, den die Welt nicht braucht. Denn die Geschichte eines US-Präsidenten, der nachts mal eben böse Vampire erlegen geht, ist mehr als stumpf. Action ist zwar vorhanden, läuft aber mehr oder weniger immer nach dem gleichen Prinzip ab. Dazu ein bisschen Slow Motion, ein wenig schlechtes 3D. Fertig ist das blutleere Meisterwerk.

Hätte sich „Abraham Lincoln Vampirjäger“ etwas weniger ernst genommen, hätte sich vielleicht eine unterhaltsame Parodie entwicklen können. So ist und bleibt der Streifen absoluter Durchschnitt, der mit dem Zusatz „3D“ mal wieder unnötig gepusht werden soll.

Fazit: Wer mit trashigem 2D leben kann, dem bietet der Action-Fantasy-Horror-Film möglicherweise einen ganz guten Zeitvertreib. In den völlig übertriebenen 105 Minuten kann man stattdessen aber auch einen Baum pflanzen oder Blut spenden gehen. Abe Lincoln hätte sicher auch etwas Sinnvolleres gemacht, wenn er die Wahl gehabt hätte.

Kinostart: 03.10.2012

Originaltitel: Abraham Lincoln Vampirehunter

Darsteller: Dominic Cooper, Benjamin Walker

Regie: Timur Bekmambetov

Dieser Artikel wurde am Freitag, 05. Oktober 2012 um 09:24 erstellt, und verzeichnet unter 3D Filme 2012, 3D Filme Aktuell im Kino.

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