Alice im Wunderland 3D

Veröffentlicht am Samstag, 15. Mai 2010. Geschrieben von admin.

Die Neuverfilmung von „Alice im Wunderland“ von Regisseur Tim Burton und Drehbuchautorin Linda Wooverton ist ein optisch eindrucksvolles, vor allem aber bezauberndes Märchen. Die Handlung, die sich nur vage am Originaltext orientiert, gleicht einem Fantasyfilm. Alice ist in diesem Film kein Kind mehr, sondern eine kurz vor der Zwangsverheiratung stehende junge Frau von 19 Jahren. Ihre Flucht vor der Heirat mit einem langweiligen Trottel wird zu einer phantastischen Reise zum eigenen Ich.

Im Stil eines Action- oder Abenteuerfilms wird Alice in Linda Woolvertons Version zu einer Vorkämpferin für moderne Mädchen und Frauen, voller entschlussfreudiger Tatkraft nimmt sie ihr Schicksal in die eigenen Hände. Das ehemalige Wunderland, in das Alice hier zurückkehrt, wird zum Unterland, und die Kamera von Dariusz Wolski, der schon den teuflischen Barbier in Sweenney Todd in düsteres Licht tauchte, schafft auch hier eine dunkle, bedrohliche Welt. Die Rote Königin, gespielt von Helena Bonham Carter, regiert das Unterland in einem System voll Angst, Gewalt und Unterdrückung. Sie erscheint wie eine allegorische Darstellung, verrückt und gefährlich.

Alice, von Mia Wasikowska mit einer Mischung aus kindlichem Mut und Neugier gespielt, begegnet bizarren Bewohnern des Unterlands, und mit jeder Bewegung erkennt sie mehr von ihrem eigenen Ich, streift mehr von ihrer ungeliebten, anerzogenen Persönlichkeit ab. Die Verrücktheit der Unterwelt, das Irren und Suchen ist eine gelungene allegorische Darstellung der Sinneindrücke der meisten Heranwachsenden. Jonny Depp spielt den Hutmacher in seiner unvergleichlichen Art, verrückt, androgyn, aber auch ernsthaft genug, um dem reinen Klamauk zu entgehen. Seine optische Einzigartigkeit, seine anarchistischen politischen Ansichten, den eigenen Tod vor Augen, prägen seine Erscheinung und überzeugen Alice zum gemeinsamen Kampf gegen die Rote Königin.

Der Film ist bis in die Nebenrollen perfekt besetzt. Die skurillen Geschöpfe in der Unterwelt scheinen teilweise einem surrealistischen Gemälde im Stil Salvador Dalis entsprungen zu sein. Die Landschaften ähneln den übervollen Wimmelbildern von Pieter Breughel. Der Figur der Roten Königin scheint das menschliche Abbild zu verzerren, die Proportionen sind aufgelöst und der übergroße Kopf verstärkt die Ausdrücke der Mimik.

Alice gewinnt an der Seite des Hutmachers und der anderen verrückten Gestalten den Kampf gegen die monströsen Kreaturen der Roten Königin, und mit dem Sieg besiegt sie auch das eigene, ungeliebte Ich, ihr wahres Ich als Heldin der modernen Zeit in einem modernen Märchen bleibt bestehen.

Dieser Film ist außergewöhnlich, verrückt und technisch brillant, märchenhaft und lehrreich, voller phantastischer Allegorien auf unsere Welt, voller Parallelen, wo in einem Zerrspiegel erkennen wir vieles, was auch uns umgibt. Und nicht von ungefähr hat Linda Woolverton die Geschichte aus „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“ zusammengeführt. Tim Burtons „Alice im Wunderland“ ist ein märchenhaft gut gelungenes modernes Märchen.

Regie: Tim Burton
Drehbuch: Linda Woolverton
Fantasy – USA 2010
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spielzeit: 108 Min.
Kinostart: 04.03.2010

Der offizielle Trailer zu Alice im Wunderland

Dieser Artikel wurde am Samstag, 15. Mai 2010 um 15:36 erstellt, und verzeichnet unter 3D Filme 2010.

| Blogverzeichnis | Blog Top Liste - by TopBlogs.de | Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de |