Kampf der Titanen 3D

Veröffentlicht am Samstag, 15. Mai 2010. Geschrieben von admin.

Die dritte Dimension ist spätestens seit dem überragenden Kinoerfolg Avatar ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil heutiger Kinofilme. Jedenfalls sehen das die weltgrößten Produzenten so. Seitdem sie in den Shutter-Brillen und extra beschichteten Leinwänden dieser Welt den heiligen Gral der Kinokassen entdeckt haben, wird eine 3D Produktion nach der anderen angekündigt. Das dabei nicht nur einige der Kinostreifen mit der heißen Nadel gestrickt sind, liegt auf der Hand. Bei Kampf der Titanen handelt es sich leider Gottes (bzw. Zeus´) um so ein Debakel.

Auf einem Ozean ausgesetzt, treibt Perseus (Sam Worthington) in die Arme des Fischers Spyros (Pete Postlethwaite). Dieser zieht seinen unfreiwilligen Adoptivsohn auf und lebt mit ihm ein normales Leben als Fischerfamilie. Eines Tages muss die Patchwork-Gemeinschaft mit ansehen, wie Soldaten aus Argos eine Zeusstatue zerstören. Hades (Ralph Fiennes) erscheint daraufhin und richtet sein Zorn auf Perseus´Familie. Das Schiff geht unter und bis auf Perseus enden alle als Fischfutter (welch eine Ironie).
Der Überlebende wird von einem Schiff aufgegabelt, welches eh gerade auf dem Weg nach Argos war. Dort wird munter weiter Gotteslästerung betrieben. Als Cassiopeia sich zusammen mit ihrer Tochter selber zur Göttin erklärt, hat Zeus (Liam Neeson) die göttliche Nase endgültig gestrichen voll.

Er lässt den Menschen die Wahl, entweder die Menschen haben in 10 Tagen die selbst ernannte Gottestochter geopfert, oder eine gigantische Krake macht die Stadt dem Erdboden gleich. Da Perseus gerade in der Nähe ist und eh nichts besseres vorhat, als Rache zu vollstrecken, erklärt er sich zum Menschenretter in spe, obwohl er selber ein Halbgott ist.

Hier präsentieren wir euch vorab schonmal den Filmtrailer:

Genauso konfus wie oben beschrieben gestaltet sich auch der weitere Verlauf der Handlung. Perseus bekommt immer wieder neue Zwischenaufgaben gesteckt, die er ohne mit der Wimper zu zucken erledigt. Seien es riesige Skorpione, Kraken oder der Ritt auf einem Pegasus (der dieses mal – aus welchem Grund auch immer – schwarz ist). Sam Worthington wirkt dabei den kompletten Film über so, als wäre ihm das Geschehen um seine Familie komplett gleichgültig. Das einzige, was man seiner Rolle abnimmt, ist der Spaß am Monstermetzeln, aber nicht der Wunsch nach Rache. Leider reihen sich sowohl Fiennes als auch Neeson mit einer unterirdischen Performance in die Darstellerriege ein. Gerade aus dem Zeus – Hades Gegensatz hätte man einige spannende Wortgefechte gewinnen können.

Regisseur Louis Leterrier nutzt die Zeit aber lieber um in der Vergangenheit zu schwelgen. Er selber ist zwar selbst ernannter Fan des Originals aus den 80er Jahren, aber bei seinem Remake hantiert er eher wie ein Kleinkind beim Sandburgen bauen. Auf die ohnehin schon großen Gestalten des Klassikers versucht er immer noch die ein oder andere CGI-Schippe draufzulegen. Und wenn der fiese Studioboss nicht genug Asche spendiert, muss eben gespart werden. Dies sieht man gerade der lächerlich gestalteten Medusa an. Das meiste Geld wurde ohnehin in den kurzen Endfight gegen den Kraken gesteckt, was dem Film auch durchaus gut tut und somit für zumindest ein Schluss-Highlight sorgt.

Alles in allem stell der Film nur für Fans des Originals oder Actionliebhaber eine Kinoempfehlung dar. Der 3D Effekt des Films ist dagegen mehr als lächerlich. Man merkt, dass im Gegensatz zu James Camerons Avatar der Film erst sehr spät mit 3D nachbearbeitet wurde. Wahrscheinlich fiel die Entscheidung mit dem Blick auf die Besucherzahlen, die die blauen Katzenschlümpfe auf Pandora für sich gewinnen konnte. Doch egal ob 3D oder nicht, die Charaktere und die Handlung bleiben stets eindimensional und enttäuschen somit anspruchsvolle Kinogänger.

Kampf der Titanen 3D

Dieser Artikel wurde am Samstag, 15. Mai 2010 um 01:55 erstellt, und verzeichnet unter 3D Filme 2010.

| Blogverzeichnis | Blog Top Liste - by TopBlogs.de | Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de |