Kritik | Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (3D)

Veröffentlicht am Donnerstag, 13. Dezember 2012. Geschrieben von .

Ein Regisseur, der den Großteil des Tages barfuß herumläuft. Darsteller, die zig Stunden in der Maske sitzen. Und Kameratechnik in einem Bereich jenseits von Gut und Böse. Ganz klar, hier kann nur von den Dreharbeiten zu „Der Hobbit“ die Rede sein. Dass die zum ersten Teil bereits abgeschlossen sind, ist bekannt. Schließlich kommt „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ heute in die deutschen Kinos. Am zweiten Part der Trilogie (Start: 2013) wird aber schon fleißig gebastelt. Part 3 folgt dann 2014.

Kurzinhalt

Bilbo Beutlin (Martin Freeman) hat in Mittelerde einen guten Stand als Hobbit. Er liebt das Nichtstun und streckt seine behaarten Füße nur allzugern bei einer guten Pfeife aus. Diese Ruhe wird allerdings schon bald jäh gestört, als er Besuch von Gandalf dem Grauen (wie immer großartig: Ian McKellan) bekommt. Der hat nicht nur 13 äußerst grimmige Zwerge im Schlepptau, sondern auch eine große Bitte: Bilbo soll ihm und den Zwergen-Bewohnern von Erebor beim Kampf gegen den Drachen Smaug helfen. Eigentlich kaum vorstellbar, dass ein kleiner, 50-jähriger Hobbit da etwas ausrichten kann, aber unter der Führung von Thorin Eichenschild (Richard Armitage) macht sich die Truppe auf den Weg in die „Höhle des Drachens“. Unterwegs lauern nicht nur tiefe Schluchten und Bergstollen, sondern auch höchst unsympahtische Orks, Spinnen und Zauberer. Und Gollum (Andy Serkis) mit einem Ring, der alles verändern wird.

Kritik

Eigentlich ist es verwunderlich, dass Neuseeland sich noch nicht offiziell in „Mittelerde“ umbenannt hat. Denn die atemberaubende Landschaft ist als Kulisse der bald sechsteiligen Tolkien-Verfilmungen untrennbar mit den Geschichten der Hobbits verbunden. Man wünscht sich fast selbst, dort als Hobbit geboren zu werden, um dann – als behaarte Couchpotatoe – die Ruhe und Schönheit des Auenlands genießen zu können.

Aber ganz so idyllisch geht es dort natürlich nicht zu. Hässliche Orks und anderes Getier dürften störender als Politiker und Gesetzesmacher sein. Sie haben es zwar nicht auf die Brieftasche oder hart verdientes Geld abgesehen, schlagen aber mit Vorliebe Köpfe und andere Gließmaßen ab. Damit sind sie ziemlich düstere Figuren, die zu einem Kinderbuch gar nicht so recht passen wollen. Dennoch haben die Geschichten von J.R.R. Tolkien kleine und große Erwachsene auf der ganzen Welt begeistert. Nicht zuletzt durch die filmische Trilogie „Der Herr der Ringe“, die mit 17 Oscars ausgezeichnet wurde und weltweit fast drei Milliarden Dollar eingespielt hat. Ob dies vom Prequel „Der Hobbit“ getoppt werden kann? Schwer vorstellbar.

Dabei zieht Regisseur Peter Jackson mal wieder alle Register. Und noch mehr. Er hat Unmengen in neueste Technik investiert und konfrontiert das ohnehin schon lechzende Publikum mal eben noch mit einer doppelten Bildrate. Bilbo und Co. kämpfen sich also mit 48 statt 24 Bildern/Sekunde zum Drachenhorst durch. Das setzt tiefenwirksam völlig neue, schwindelerregende Maßstäbe, ist aber auch gewöhnungsbedürftig. Die Bilder sind so gestochen scharf, dass sie fast schon auf den Sehnerv drücken. Hinzu kommt ein arg plastischer Effekt, der dem Auenland ein wenig seinen Reiz nimmt. Wenigstens die 3D-Effekte können hier aber vollends überzeugen. Noch mehr „mittendrin“ geht kaum.

Somit beginnt der Auftakt zur neuen Trilogie etwas holprig. Auch humoristisch. Denn wurde in „Der Herr der Ringe“ eher sparsam mit Witzchen umhergeworfen (meist war es Gimli, der die Lacher auf seiner Seite hatte), so ist „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ hier deutlich mutiger. Und auch damit wieder gewöhnungsbedürftig. Der Film hat Anlaufschwierigkeiten und verliert sich ein wenig in seiner langatmigen Epik. Erst als Gollum die Bildfläche betritt (oder besser: bekrabbelt) kommt Leben in die Bude, das auch bis zum Schluss gehalten werden kann. Wobei von einem Schluss eigentlich nicht die Rede sein kann. „To be continued“ lautet die Devise schließlich. Peter Jackson wird schon im nächsten Dezember mit „Der Hobbit: The Desolation of Smaug“ dort anknüpfen, wo „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ den Zuschauer entlässt. Ein wirklich allumfassendes Urteil wird man sich also erst 2014 erlauben können, wenn mit „Der Hobbit: Hin und zurück“ der letzte Part ins Kino gekommen ist.

Fazit: „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise “ ist eigentlich Pflicht für alle, die auch Fans der „Der Herr der Ringe“-Trilogie sind. Sie erwartet ein bildgewaltiges und unterhaltsames Spektaktel, das zwar durchaus Schwächen hat, aberabsolut sehenswert ist. Auch der Soundtrack (Veröffentlichung war am 10.12.) ist sehr gelungen. Für noch mehr Feeling empfehlen wir beim Kinobesuch nicht nur das Tragen der 3D-Brille, sondern auch der äußerst stilechten „Hobbit-Socken“.

Kinostart: 13.12.2012

Originaltitel: The Hobbit: An Unexpected Journey

Darsteller: Ian McKellan, Cate Blanchett, Andy Serkis, Martin Freeman

Regie: Peter Jackson

Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 13. Dezember 2012 um 08:30 erstellt, und verzeichnet unter 3D Filme 2012, 3D Filme Aktuell im Kino.

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