Kritik | Dredd 3D

Veröffentlicht am Donnerstag, 15. November 2012. Geschrieben von .

Comicfigur Judge Dredd ist cineastisch gesehen erstmals 1995 mit „Judge Dredd“ auffällig geworden. Mit einer mäßig überzeugenden Verfilmung, dafür aber einem Hauptdarsteller, der immerhin noch ein bisschen was bei der Fangemeinde rausreißen konnte: Sylvester Stallone. Der Rächer, der schon 1977 im britischen Comic-Magazin „2000 AD“ fleißig war, hat eine wirklich große Anhängerschaft und ist ein echtes Aushängeschild fürs Helden-Business. So war die Ankündigung einer zweiten Adaption namens „Dredd“ nicht wirklich überraschend, punktet 17 Jahre nach der ersten Umsetzung aber mit deutlich mehr Stil und Sinn. Und Dreidimensionalität.

Kurzinhalt

Wir befinden uns im zerfallenen Amerika der Zukunft. Genauer gesagt in Mega City One, einer riesigen Stadt voll mit Gewalt, Drogen und Korruption. Die Einzigen, die hier noch für einen halbwegs geregelten Ablauf sorgen, sind die sogenannten Judges. Darunter Dredd (Karl Urban) und seine neue Rekrutin Cassandra Anderson (Olivia Thirlby). Die beiden werden vor eine ganz besondere Herausforderung gestellt, als drei Leichen auf das Konto der skrupellosen Drogenbaronin Ma-Ma (Lena Headey) und ihres Clans gehen. Ma-Ma herrscht über ihr ganz eigenes Rauschmittel-Imperium und ist nicht gerade gut auf Judges zu sprechen. Klar, dass sie ihren Hightower nicht einfach kampflos überlässt, sondern Dress und Cassandra ihre Handlanger auf den Hals hetzt. Und bis in den 200. Stock ist es ein weiter Weg …

Kritik

Die Zukunft sieht nicht gerade rosig aus. Weder in der Realität, noch im Film. „Dredd 3D“ kommt entsprechend düster daher, punktet visuell aber dennoch. Inhaltlich ist zwar nicht allzu viel Tiefgang vorhanden, dafür orientiert sich die Neuverfilmung deutlich mehr an der Comicvorlage als „Judge Dredd“. Und nicht nur das dürfte Fans des Helden freuen. Auch Brutalität und Action kommen im Streifen keinesfalls zu kurz. Und das, obwohl sich alles eigentlich in nur einem Gebäude und damit an einem Ort abspielt. Erinnert ein wenig an „The Raid“, kommt aber nicht ganz so roh daher. Obwohl mal zugeben muss, dass hier optisch durchaus Parallelen vorhanden sind.

Nichts desto trotz ist Regisseur Pete Travis („8 Blickwinkel“) mit „Dredd 3D“ eine ansehnliche Inszenierung geglückt. Mit einem gesichtslosen und wortkargen Dredd-Darsteller, der nur wenig an den der 90er Jahre erinnert und als einzige Last wohl seinen Helm zu tragen hat. Und 3D-Effekten, die wirklich Spaß machen.

Obwohl der Film nach einem fulminanten Start etwas nachlässt, schafft er es über die gesamte Länge zu unterhalten und ist eine Freude für die Netzhaut. Einen großen Anteil daran haben die Slow-Motion-Drogen, deren Wirkung auch filmisch mit genialen Zeitlupen veranschaulicht wird. Heftige Schusswechsel bekommen so einen fast schon morbiden Touch und sind ganz sicher nichts für Zartbesaitete. Ebenso wenig wie die Ego-Shooter-Manier, die Dredd auf seinem Weg zum obersten Stockwerk an den Tag legt. Für Gamer und Fans des etwas knurrigen Helden aber ganz sicher genau richtig.

Kinostart: 15.11.2012

Originaltitel: Dredd 3D

Darsteller: Karl Urban, Olivia Thirlby, Lena Headey

Regie: Pete Travis

Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 15. November 2012 um 09:14 erstellt, und verzeichnet unter 3D Filme 2012, 3D Filme Aktuell im Kino.

| Blogverzeichnis | Blog Top Liste - by TopBlogs.de | Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de |