Kritik | Hänsel und Gretel: Hexenjäger 3D

Veröffentlicht am Donnerstag, 28. Februar 2013. Geschrieben von .

Märchen leben meist von einer Moral. Sie sind nicht nur Nacht-Geschichten, sondern erzählen von guten und bösen Menschen, von Liebe und Verbundenheit, Schönheit und charakterlicher Stärke. Meist natürlich mit dem Happy End, das man im wahren Leben auch gern öfter hätte. Auch bei „Hänsel und Gretel“ von den Gebrüdern Grimm, in dem ein junges Geschwisterpaar die Hauptrolle spielt, wendet sich zum Schluss alles zum Guten. Doch was passiert, wenn Bruder und Schwester den Kinderschuhen entwachsen sind und auch die Pubertät längst hinter sich gelassen haben? Richtig, sie langweilen sich. Und sie sinnen auf Rache.

Kurzinhalt

Es sind 15 Jahre vergangen, seit Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) vor der bösen Hexe und dem drohenden Tod flüchten konnten. Das Trauma haben sie zwar überwunden, aber um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, sind die beiden als Kopfgeldjäger unterwegs. Und auf ihrer Liste stehen ausnahmslos Hexen. Als der Bürgermeister von Augsburg (Rainer Bock) sie auf die Hexe Muriel (Famke Janssen) ansetzt, entwickelt sich alles etwas anders als geplant. Sie hat einen blutigen Plan und den will sie sich von niemandem zerstören lassen. Je mehr Hänsel und Gretel ihr auf die Schliche kommen, umso mehr stellen sie fest, dass sie es mit keiner gewöhnlichen Hexe zu tun haben. Spätestens dann, als Gretel entführt wird und Hänsel ein böses Déja-vu haben dürfte.

Kritik

Märchenfiguren als Kopfgeldjäger. So richtig tangiert einen das ja nicht mehr. In den letzten Monaten und Jahren wurden Märchen zwar etwas weniger radikal in die Neuzeit adaptiert – „Red Riding Hood“ und „Snow White And The Huntsmen“ seien hier genannt – doch die Umsetzung von Tommy Wirkola fällt trotz allem aus dem Rahmen. Und das nicht nur, weil sie ziemlich schlecht ist und auch die schauspielerischen Leistungen nicht unbedingt überzeugen, sondern auch, weil Story und Umsetzung ziemlich trashig sind.

Gedreht wurde der Fantasyfilm zum Großteil in Deutschland. Das Budget war mit 60 Millionen Dollar recht ordentlich, was besonders an den aufwendigen Kulissen für die 3D-Umsetzung lag. Und die hätte der Film eigentlich gar nicht gebraucht, denn sie machen ihn in keinster Weiser besser. Nicht, dass die Effekte schlecht sind. Sie retten nur eben – wie schon so oft – kein schlechtes Script. Und das ist traurig, denn gerade die beiden Hauptdarsteller Renner und Arterton können es eigentlich besser.

„Hänsel und Gretel: Hexenjäger 3D“ ist nichts anderes als ein trashiger Splatter-Streifen mit mauen Dialogen, der zwar nett unterhält, aber auf den die Welt ganz sicher nicht gewartet hat. Wer nicht mit zu hohen Erwartungen ins Kino geht und sich vielleicht wirklich nur seicht, mit viel Blut und herumfliegenden Körperteilen, unterhalten lassen will, dem sei das Ticket gegönnt. Alle anderen können sich das Geld eigentlich sparen. Oder sich mit der 2D-Version begnügen.


Kinostart: 28.02.2013

Originaltitel: Hansel and Gretel: Witch Hunters

Darsteller: Jeremy Renner, Gemma Arterton, Famke Janssen

Regie: Tommy Wirkola

Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 28. Februar 2013 um 23:15 erstellt, und verzeichnet unter 3D Filme 2013, 3D Filme Aktuell im Kino.

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