Kritik | “Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (3D)”

Veröffentlicht am Donnerstag, 27. Dezember 2012. Geschrieben von .

„Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“. Ganz ehrlich: Selten war ein deutlicher Untertitel so schlecht. Wobei man hier eigentlich den Übersetzern des internationalen Bestsellers den Vorwurf machen muss, denn als „Schiffbruch mit Tiger“ ist der Roman in Deutschland erschienen. Allen anderen dürfte „Life of Pi“ geläufiger sein, weshalb der Originaltitel auch für die 3D-Verfilmungen beibehalten wurde. Und auch wenn sich die Geschichte im ersten Moment vielleicht nicht atemberaubend spannend anhört – sie hat es in sich und ist ein Muss für alle Fans fantastischer und tiefsinniger Filme!

Kurzinhalt

Piscine Molitor Patel (Suraj Sharma) lebt in Pondicherry, Indien, wo sein Vater einen Tierpark betreibt. Diesen muss er allerdings verkaufen, als die Familie gezwungen ist, nach Kanada auszuwandern. Nicht nur ein Großteil der Tiere des Zoos wird verschifft, auch Pi und seine Eltern machen sich mit dem gleichen Dampfer auf den Weg in die neue Heimat. Ein Sturm sorgt allerdings dafür, dass das Schiff kentert und einzig Pi sich retten kann. Auf ein Beiboot. Hier ist er allerdings nicht allein. Außer ihm befinden sich ein Zebra, ein Affe sowie eine Hyäne auf dem Boot. Und ein bengalischer Tiger, der absolut kein Schmusekätzchen ist. In den mehr als 200 Tagen, die Pi zusammen mit dem Raubtier auf hoher See treibt, erlebt er etliche Abenteuer und wächst mit dem Tiger zusammen. Und nicht nur das …

Kritik

Wie es der Trailer zu „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ bereits hat erahnen lassen, ist Regisseur Ang Lee („Tiger and Dragon“, „Gefahr und Begierde“) mit der 3D-Verfilmung des Romans von Yann Martel wirklich ein atemberaubendes Meisterwerk gelungen. Ein Film von der Manier eines „Avatar“-Abenteuers, das für knapp zwei Stunden in eine vollkommen andere Welt entführt und zudem zum Nachdenken anregt. Auch in religiöser Hinsicht.

Die Landschaften, die Farben, die Geschichte – es dauert nicht lange, bis der Film den Zuschauer vollends in seinen Bann zieht. Man verlässt den Kinosaal garantiert nicht, ohne sich etwas aus diesem Meisterwerk mitzunehmen. Das dürfte selbst denjenigen so gehen, die das Buch bereits gelesen haben. Denn Ang Lee ist es gelungen, mit einem eigentlich unverfilmbaren Buch ein Stück Magie auf die Leinwand zu bringen. So, wie es auch schon Jean-Pierre Jeneut mit „Die fabelhafte Welt der Amelie“ oder Tom Tykwer mit „Das Parfum“ geschafft haben.

Wie bei diesen beiden Filmen auch, sind es besonders die Bilder, die faszinieren. Im Fall von „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ zusätzlich durch den gelungenen 3D-Effekt und die prachtvollen, leuchtenden Bilder (wenn auch etwas gedämpft, durch die 3D-Brille). Man kann sich gar nicht satt sehen an der Schönheit Indiens, des Ozeans und auch Kanadas. Während die Story beispielsweise bei „Avatar“ eher flach war, punktet das Meisterwerk von Ang Lee mit Tiefe, hinterfragenden Themen und viel Weisheit. Der Glaube an Gott ist ein zentrales Thema. Allerdings niemals mit zu viel Pathos.

Erwähnenswert ist übrigens auch die grandiose Filmmusik, die wunderbar mit den Bilder harmoniert, mit denen Ang Lee den Zuschauer tief in seine Welt entführt. Alles in allem liefert der taiwanische Regisseur mit „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ kurz vor Silvester mal eben noch einen DER Filme des Jahres 2012 und lässt sogar „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ alt aussehen. Unbedingt anschauen!

Kinostart: 26.12.2012

Originaltitel: „The Life of Pi“

Darsteller: Suraj Sharma, Irrfan Khan

Regie: Ang Lee

Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 27. Dezember 2012 um 18:53 erstellt, und verzeichnet unter 3D Filme 2012, 3D Filme Aktuell im Kino.

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